FOLIO I · DENKER · GEN. 03 · N° 033

Karl Schlesinger

Werke
1
Artikel
9
Generation
3.
KS
FOL. 03 · N° 033 · Karl Schlesinger
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Karl Schlesinger – eine der herausragendsten Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Österreichischen Schule, wenn auch als Nationalökonom heute beinah vergessen – flüchtete vor der ungarischen Räterepublik nach Wien, durchlief eine Bankenkarriere und fungierte zuletzt als Vize-Direktor der Anglo-Österreichischen Bank sowie als Vorsitzender der Bankenvereinigung. Obwohl er der Lausanner Schule nahestand und mathematische Interessen zeigte, förderte er die Österreichischen Schule. Als Bank- und Währungsfachmann publizierte er zu Fragen der Geldtheorie, Währungspolitik und Bankwirtschaft und studierte ab 1933/34 Mathematik bei Abraham Wald. Sein Aufsatz Über die Produktionsgleichungen der ökonomischen Wertlehre (1934) wurde zu einer wesentlichen Grundlage für die neoklassische Gleichgewichtsanalyse. Am Tag des Anschlusses beging Karl Schlesinger Selbstmord.
Metadaten
19. Januar 1889
12. März 1938
in Wien
3. Generation
Lebensstationen

Stationen

  1. 1889
    1889
    Geburt

    Geboren am 19. Januar 1889 in Budapest.[1]

  2. ⁦1908–1914⁩
    ⁦1908–1914⁩
    Studium der Rechte und Nationalökonomie— ungefähr

    Studium der Rechte und Nationalökonomie an der Universität Wien bei Eugen von Böhm-Bawerk.[3]

  3. 1914
    1914
    Promotion bei Böhm-Bawerk

    Promotion zum Dr. iuris an der Universität Wien 1914 unter Eugen von Böhm-Bawerk; Dissertation zur Geld- und Kreditwirtschaft mit mathematischem Ansatz.[3]

  4. 1914
    1914
    „Theorie der Geld- und Kreditwirtschaft“

    Erstwerk Theorie der Geld- und Kreditwirtschaft (1914) – frühe mathematische Behandlung der Geld- und Kredittheorie; antizipierte die Unterscheidung von Transaktions- und Vorsichtskasse.[1]

  5. 1919
    1919
    Flucht aus Ungarn nach Wien

    Flüchtete vor der ungarischen Räterepublik nach Wien.[1]

  6. ⁦1919–1938⁩
    ⁦1919–1938⁩
    Bankenkarriere in Wien

    Durchlief in Wien eine Bankenkarriere und fungierte zuletzt als Vize-Direktor der Anglo-Österreichischen Bank sowie als Vorsitzender der Bankenvereinigung. Als Bank- und Währungsfachmann publizierte er zu Fragen der Geldtheorie, Währungspolitik und Bankwirtschaft.

  7. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩
    Mises-Privatseminar— ungefähr

    Teilnehmer am Privatseminar Ludwig von Mises' in den 1920er und 1930er Jahren.[2]

  8. 1931
    1931
    Mathematik-Privatunterricht bei Karl Menger

    Engagierte 1931 den Mathematiker Karl Menger als Privatlehrer.[1]

  9. ⁦1933–1934⁩
    ⁦1933–1934⁩
    Mathematikstudium bei Abraham Wald

    Studierte ab 1933/34 Mathematik bei Abraham Wald, obwohl er der Lausanner Schule nahestand und mathematische Interessen zeigte. Förderte die Österreichische Schule.

  10. 1934
    1934
    „Über die Produktionsgleichungen der ökonomischen Wertlehre“

    Sein Aufsatz „Über die Produktionsgleichungen der ökonomischen Wertlehre“ (1934) wurde zu einer wesentlichen Grundlage für die neoklassische Gleichgewichtsanalyse.

  11. 1938
    1938
    Tod (Suizid am Tag des Anschlusses)

    Beging am Tag des Anschlusses (12. März 1938) in Wien Selbstmord.[1]

Beziehungen

Beeinflussungen

Beeinflusst von · 2
  1. ⁦1908–1914⁩
    ⁦1908–1914⁩

    Studierte und promovierte 1914 an der Universität Wien bei Eugen von Böhm-Bawerk; Dissertation zur Geld- und Kreditwirtschaft mit mathematischem Ansatz.

  2. —
    —
    Léon Walras⁦(1834–1910)⁩ · Lausanner Schule

    Stand der Lausanner Schule (Walras) nahe und zeigte mathematische Interessen; trotz Nähe zu Lausanne förderte er die Österreichische Schule.

Privatseminar, Kollegen, Mont Pèlerin · 1
  1. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩

    Schlesinger nahm am Privatseminar Ludwig von Mises' in Wien teil (Wikipedia EN bestätigt).

Karl Schlesinger im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN10 Belege · 4 Quellen
  • [3]Hagemann/Krohn (Hrsg.) 1999: Biographisches Handbuch, S. 615–618 · 2×
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1910er
1914
Theorie der Geld- und Kreditwirtschaft
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 9 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1910er
1915
Methodologische Vorbemerkungen zu einer Geschichte der zentraleuropäischen Kriegswirtschaft
OriginalDeutsch
1916
Die Veränderungen des Geldwertes im Kriege
OriginalDeutsch
1917
Über die theoretische Nationalökonomie und ihre Methoden als Hilfsmittel pragmatischer Wirtschaftshistorik
OriginalDeutsch
1918
Die neugegründete ungarische Geldinstituts-Zentrale
OriginalDeutsch
1920er
1920
The Disintegration of the Austro-Hungarian Currency
OriginalEnglisch
1930er
1931
Bankpolitik
OriginalDeutsch
Das Rätsel der französischen Goldpolitik
OriginalDeutsch
1935
Über die Produktionsgleichungen der ökonomischen Wertlehre
OriginalDeutsch
1936
Ein Beitrag zu Mengers Bemerkungen zu den Ertragsgesetzen
OriginalDeutsch
APA
Chicago
Deutsche historische Zitierweise