FOLIO I · DENKER · GEN. 04 · N° 045

Israel M. Kirzner

Werke
23
Artikel
74
Generation
4.
Porträt von Israel M. KirznerPorträt von Israel M. Kirzner: Israel Kirzner während eines Vortrags für die Foundation for Economic Education, 2006 (2006)Porträt von Israel M. Kirzner: Israel Kirzner, Beloit College Residency 2018 (2018)
FOL. 04 · N° 045 · Israel M. Kirzner
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Kirzner wurde als Sohn eines Rabbiners und Talmudisten in London geboren. Er lebte ab 1940 in Kapstadt und studierte dort ab 1947 an der Universität Kapstadt sowie als External Student an der University of London. Nach einem Abschluss als B.A. am Brooklyn College 1954 schloss er seine Studien an der New York University (NYU) mit dem MBA 1955 und dem Ph.D. 1957 ab. An der NYU studierte er unter anderem bei Ludwig von Mises. Ab 1954 war er in verschiedenen Positionen an der NYU tätig, wo er 1968 schließlich einen Lehrstuhl erhielt. Bis zu seiner Emeritierung 2001 wurde - in Zusammenarbeit mit Ludwig Lachmann - an der NYU ein Studienprogramm in der Tradition der Österreichischen Schule offeriert, das zahlreiche Ökonomen hervorbrachte, die sich entweder selbst der Schule zurechneten oder wesentlich von ihr inspiriert wurden. Kirzner entwickelte in Market Theory and the Price System (1963) und Methodological Individualism, Market Equilibrium and Market Process (1967) eine Markt- und Unternehmertheorie, welche die endogene Tendenz einer Volkswirtschaft zum Gleichgewicht mit Hilfe des unternehmerischen Handelns erklärte. Den Unternehmer, so Kirzner, zeichne seine besondere „alertness“ aus, die es ihm ermögliche, Preisdifferentiale und damit Koordinationsmängel im Markt aufzuspüren. Das Profitmotiv leite den Unternehmer in der Folge dazu an, als koordinierende Kraft aufzutreten. Kirzners Theorie des Unternehmers als „Entdecker“ gilt bis heute als wegweisend.
Metadaten
17. Februar 1930
in London
lebt
4. Generation
Lebensstationen

Stationen

  1. 1930
    1930
    Geburt

    Geboren am 17. Februar 1930 in London als Sohn eines Rabbiners und Talmudisten.

  2. 1940
    1940
    Übersiedlung nach Kapstadt

    Lebte ab 1940 in Kapstadt.

  3. ⁦1947–1948⁩
    ⁦1947–1948⁩
    Studium an der Universität Kapstadt und External Student in London

    Ab 1947 Studium an der Universität Kapstadt sowie als External Student an der University of London.

  4. ⁦1950–1951⁩
    ⁦1950–1951⁩
    External Programme University of London

    1950–1951 als External Student im Programm der University of London.[2]

  5. 1954
    1954
    B.A. am Brooklyn College

    1954 Abschluss als B.A. am Brooklyn College.

  6. 1955
    1955
    MBA an der New York University

    1955 Abschluss MBA an der New York University.

  7. 1957
    1957
    Ph.D. an der New York University

    1957 Abschluss Ph.D. an der New York University; Schüler von Ludwig von Mises.[1]

  8. ⁦1957–2001⁩
    ⁦1957–2001⁩
    Lehre an der New York University

    Ab 1957 in verschiedenen Positionen an der New York University tätig (zunächst Assistant Professor, ab 1968 Lehrstuhl). Aufbau eines Studienprogramms in der Tradition der Österreichischen Schule, gemeinsam mit Ludwig Lachmann. Emeritierung 2001.[1]

  9. 1963
    1963
    „Market Theory and the Price System“

    Erscheinen von „Market Theory and the Price System“, Grundlegung seiner Markt- und Unternehmertheorie.[1]

  10. 1967
    1967
    „Methodological Individualism, Market Equilibrium and Market Process“

    Erscheinen von „Methodological Individualism, Market Equilibrium and Market Process“.

  11. 1973
    1973
    „Competition and Entrepreneurship“

    Erscheinen von „Competition and Entrepreneurship“ (1973); Hauptwerk zur Unternehmertheorie und Marktprozess-Lehre.[1]

  12. 2006
    2006
    Global Award for Entrepreneurship Research

    Auszeichnung mit dem Global Award for Entrepreneurship Research (2006).[3]

Beziehungen

Beeinflussungen

Beeinflusst von · 1
  1. ⁦1957–1957⁩
    ⁦1957–1957⁩

    Promovierte bei Mises an der NYU und wurde dort sein Nachfolger als wichtigster Vertreter der österreichischen Tradition in den USA.[1]

Beeinflusste · 2
  1. 1981
    1981

    Lavoie promovierte 1981 an der NYU bei Kirzner mit einer Dissertation zur sozialistischen Kalkulationsdebatte.

  2. —
    —
    Frédéric Sautet⁦(1968–lebt)⁩ · Wiener Schule (zeitgenoessisch)

    Sautet betreute zusammen mit Boettke die Herausgabe der "Collected Works of Israel M. Kirzner" (Liberty Fund) – enge akademische Kollaboration mit Schüler-Charakter.[4]

Privatseminar, Kollegen, Mont Pèlerin · 3
  1. ⁦1949–1959⁩
    ⁦1949–1959⁩

    Teilnehmer am Mises-Privatseminar in New York 1949–1959 (NYU-Phase) – direkter Anschluss an die Wiener Privatseminar-Tradition über Mises.[5]

  2. ⁦1957–2001⁩
    ⁦1957–2001⁩

    Bot an der New York University in Zusammenarbeit mit Ludwig Lachmann ein Studienprogramm in der Tradition der Österreichischen Schule an, aus dem zahlreiche Ökonomen hervorgingen.

  3. —
    —
    Mont Pèlerin Society · Sammelknoten Mont Pèlerin Society

    Mitglied der Mont Pèlerin Society – Wikipedia EN führt Kirzner explizit als MPS-Mitglied im klassisch-liberalen Netzwerk.

Israel M. Kirzner im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN10 Belege · 2 Quellen
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1960er
1960
The Economic Point of View
OriginalEnglisch
1963
Israel M. Kirzners „Market Theory and the Price System“ ist ein 1963 erschienenes Lehrbuch der mittleren Preistheorie für den Hochschulunterricht. Sein Leitgedanke ist, den Markt als Prozess der Anpassung zu begreifen: Marktteilnehmer richten ihre Pläne fortlaufend an den Handlungen der anderen aus, und Gleichgewichtszustände erscheinen nicht als Selbstzweck, sondern als Grenzfälle, in denen der Marktprozess zur Ruhe kommt. Aufbauend auf Konsum- und Nutzentheorie entwickelt das Buch in dreizehn Kapiteln die Theorie von Nachfrage, Produktion, Kosten und Angebot, die Bestimmung von Produkt- und Faktorpreisen, den allgemeinen Marktprozess sowie Monopol, Wettbewerb und die Allokation der Ressourcen über das Preissystem; ein Appendix behandelt mehrperiodische Planung. Der Darstellung liegt eine bewusst geringe Beachtung der vollkommenen Konkurrenz zugrunde. Kirzner verweist im Vorwort auf seine Schuld gegenüber Mises, Böhm-Bawerk, Menger und Wicksteed und widmet das Werk Ludwig von Mises.
OriginalEnglisch
1966
An Essay on Capital
OriginalEnglisch
1970er
1973
Competition and Entrepreneurship
OriginalEnglisch
Weitere Ausgaben
1979
Perception, Opportunity and Profit
OriginalEnglisch
1980er
1982
Dieser Sammelband versammelt die Beiträge einer 1981 an der New York University zum 100. Geburtstag von Ludwig von Mises veranstalteten Konferenz. Achtzehn Aufsätze und formale Kommentare, geordnet in neun Aufsatz-Kommentar-Paare plus eine Einleitung, behandeln vier Themenfelder der Misesschen Ökonomik: die Wahl der ökonomischen Methode, das Wesen menschlichen Handelns, den Charakter des Marktprozesses und das Misessche System als Rahmen angewandter Theorie. Wiederkehrende Streitfragen sind der Subjektivismus (von Menger über Mises bis Shackle), die apriorische Praxeologie im Licht von Lakatos' Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme, das Verhältnis von Gleichgewicht und Marktprozess, die Theorie des Unternehmertums sowie Monopol-, Interventionismus- und Geldtheorie. Zu den Beitragenden zählen unter anderem James M. Buchanan, Ludwig M. Lachmann, Murray N. Rothbard, Gerald P. O'Driscoll, Leland B. Yeager und Israel M. Kirzner. Der Band dokumentiert die innere Vielfalt und die offenen Kontroversen der modernen Österreichischen Schule um 1980.
OriginalEnglisch
1985
Discovery and the Capitalist Process
OriginalEnglisch
1986
Subjectivism, Intelligibility and Economic Understanding: Essays in Honor of Ludwig M. Lachmann on his Eightieth Birthday [ed.]
OriginalEnglisch
1989
Discovery, Capitalism and Distributive Justice
OriginalEnglisch
1990er
1992
Diese Aufsatzsammlung von Israel M. Kirzner bündelt dreizehn Beiträge zur modernen österreichischen Schule der Nationalökonomie. Leitthese ist, dass der Markt als systematischer Entdeckungsprozess zu verstehen ist, getragen von unternehmerischer Findigkeit, die Wissenslücken schliesst und so eine nie vollendete, aber stets wirksame Tendenz zur Koordination erzeugt. Kirzner verortet diesen Ansatz als 'Mittelweg' zwischen der neoklassischen Gleichgewichtsökonomik und der radikal subjektivistischen Kritik und verteidigt ihn gegen Einwände von Loasby, Kregel, Buchanan und Vanberg. Teil I entwickelt die Marktprozess-Theorie, Teil II zeichnet die Entstehung der österreichischen Sicht von Menger bis Mises und Hayek nach, Teil III behandelt Wissensproblem, Preissystem und Wohlfahrtsökonomik, Teil IV widmet sich Eigeninteresse sowie Eigentum und Gerechtigkeit im Kapitalismus. Mehrere Kapitel erschienen zuvor in Festschriften, Lexika und Zeitschriften, hier zusammengeführt und gerahmt.
OriginalEnglisch
ARTIKEL · 74 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1960er
1962
Rational Action and Economic Theory, Journal of Political Economy
OriginalEnglisch
1963
[Rezension] Henry W. Briefs: Three Views of Method in Economics
OriginalEnglisch
Rejoinder, Journal of Political Economy
OriginalEnglisch
The Premises of Growth Economics
OriginalEnglisch
1964
[Rezension zu] R. L. Smyth: Essays in Economic Method
OriginalEnglisch
1965
What Economists Do, Suntern Economics Journal
OriginalEnglisch
1967
Divergent Approaches in Libertarian Economic Thought, Intercollegiate Review
OriginalEnglisch
Methodological Individualism, Market Equilibrium and Market Process,
OriginalEnglisch
1968
On Man-made Tightropes, National Review
OriginalEnglisch
1970er
1970
The ‚Power‘ Problem on Campus, Intercollegiate Review
OriginalEnglisch
APA
Chicago
Deutsche historische Zitierweise