FOLIO I · DENKER · GEN. 02 · N° 019

Eugen Peter Schwiedland

Werke
36
Artikel
116
Generation
2.
ES
FOL. 02 · N° 019 · Eugen Peter Schwiedland
BIOGRAPHIE

Leben und Werk

Aus einer evangelischen Gelehrtenfamilie stammend, studierte Schwiedland Rechtswissenschaften in Wien, lehrte nach einigen Praxisjahren ab 1890 am Technologischen Gewerbemuseum Nationalökonomie und Volkswirtschaftspolitik und wurde schließlich 1895 an der Universität Wien habilitiert. 1902 wurde er an der Universität zum außerordentlichen und 1904 an der Technischen Hochschule zum ordentlichen Professor ernannt. Von 1908 bis 1921 übte er durchgehend hochrangige Beratungsfunktionen im Ministerium für öffentliche Arbeiten und im Generalkommissariat für Kriegswirtschaft und Übergangswirtschaft aus. In seinen leicht verständlichen Lehrbüchern beschrieb er die subjektivistische Wertlehre als das psychologische Fundament der Wirtschaft. Zu Menger blieb er sowohl menschlich als auch intellektuell auf Distanz. Nach dem Ersten Weltkrieg ging Schwiedland in Richtung einer „romantisch-organizistischen“ Nationalökonomie.
Metadaten
23. Oktober 1863
22. Dezember 1936
2. Generation
Lebensstationen

Stationen

  1. 1863
    1863
    Geburt

    Geboren am 23. Oktober 1863 in Budapest, aus einer evangelischen Gelehrtenfamilie stammend.[1]

  2. 1881
    1881
    Studium der Rechtswissenschaft— inferiert

    Studierte Rechtswissenschaften in Wien.

  3. 1887
    1887
    Promotion zum Dr. jur.

    Promotion zum Doktor der Rechte an der Universität Wien.[1]

  4. 1888
    1888
    Versicherungstechnische Abteilung Innenministerium

    Eintritt in die versicherungstechnische Abteilung des Innenministeriums im Zusammenhang mit dem Aufbau der Arbeiterversicherung.[1]

  5. 1890
    1890
    Lehrtätigkeit am Technologischen Gewerbemuseum

    Lehrte ab 1890 nach einigen Praxisjahren am Technologischen Gewerbemuseum Nationalökonomie und Volkswirtschaftspolitik.[1]

  6. 1890
    1890
    Niederösterreichische Handels- und Gewerbekammer

    Wechsel in die Niederösterreichische Handels- und Gewerbekammer in Wien.[1]

  7. 1895
    1895
    Habilitation an der Universität Wien

    1895 an der Universität Wien habilitiert.[1]

  8. 1902
    1902
    Außerordentlicher Professor

    1902 an der Universität Wien zum außerordentlichen Professor ernannt.[1]

  9. 1904
    1904
    Ordentlicher Professor an der Technischen Hochschule

    1904 an der Technischen Hochschule zum ordentlichen Professor ernannt.[1]

  10. ⁦1908–1921⁩
    ⁦1908–1921⁩
    Ministerialer Berater

    Von 1908 bis 1921 hochrangige Beratungsfunktionen im Ministerium für öffentliche Arbeiten und im Generalkommissariat für Kriegswirtschaft und Übergangswirtschaft.[1]

  11. ⁦1917–1921⁩
    ⁦1917–1921⁩
    Generalkommissariat Kriegs- und Übergangswirtschaft

    Technischer Mitarbeiter im Generalkommissariat für Kriegs- und Übergangswirtschaft.[1]

  12. 1936
    1936
    Tod

    Gestorben am 22. Dezember 1936 in Inzersdorf.[1]

Beziehungen

Beeinflussungen

Privatseminar, Kollegen, Mont Pèlerin · 2
  1. ⁦1904–1904⁩
    ⁦1904–1904⁩
    Emanuel Herrmann⁦(1839–1902)⁩ · Wiener Staatswissenschaft

    Schwiedland wurde 1904 Nachfolger Emanuel Herrmanns als ordentlicher Professor für politische Ökonomie an der TH Wien.[1]

  2. ⁦1920–1934⁩
    ⁦1920–1934⁩

    Schwiedland war Teilnehmer am Mises-Privatseminar in Wien.

Eugen Peter Schwiedland im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.

QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN12 Belege · 1 Quelle
Topographie

Wirkungsorte

WERKVERZEICHNIS · CHRONOLOGISCH

Die Bücher

1890er
1891
Die Wiener Perlmuttindustrie und ihre Krisis
OriginalDeutsch
1894
Die Schrift untersucht Entstehung und Existenzbedingungen von Kleingewerbe und Hausindustrie in Österreich und ist in zwei Teile gegliedert. Der Allgemeine Teil zeichnet nach, wie sich aus Hausfleiß, Lohnwerk und Handwerk unter kaufmännisch-kapitalistischer Leitung die Verlagsindustrie entwickelt: derivativ aus bestehenden Betriebsformen oder originär neu angesetzt, auf dem Land wie in der Stadt. Schwiedland beschreibt die Abhängigkeit der verlegten Meister und Sitzgesellen vom Verleger und die Bedrängnis des selbständigen Kleinmeisters durch Fabrik, Handel und eigene Kapitallosigkeit. Der Besondere Teil ist eine Monographie über die Wiener Muscheldrechsler (Perlmutter-Knopfindustrie): Rohstoff, rechtliche Verfassung des Handwerks, Konjunkturen und Krisen seit der Mac-Kinley-Bill, die Lage der Meister, Lehrlinge und Gesellen sowie die Hausindustrie. Die Argumentation stützt sich auf amtliche Berichte, Enquêten und statistische Tabellen aus Wien, Berlin und Paris. Erschienen 1894.
OriginalDeutsch
1896
Über den Einfluss der Gewerbefreiheit auf die Lage des Kleingewerbes
OriginalDeutsch
1897
La répression du travail en chambre. Rapport présenté en réponse à la question IV
OriginalFranzösisch
1898
Formen und Begriffe der Hausindustrie
OriginalDeutsch
1899
Die Schrift untersucht die wirtschaftliche und soziale Lage der Verlags- oder Hausindustrie und fragt, mit welchen Mitteln der Gesetzgebung, der Selbsthilfe und der Verwaltung die Lage der Heimarbeiter gebessert werden kann. Einleitend bestimmt Schwiedland Entstehung, Formen und Begriff der Verlagsarbeit und schildert die begünstigte Stellung des Verlegers gegenüber Handwerksmeister und Fabrikant. Der Hauptteil erörtert in zwölf Abschnitten einzelne Massnahmen: Registrierung, Ausdehnung der Zwangsversicherung, Sanitätspolizei, Lizenzierung der Arbeitsstätten, Organisation der Arbeiter, Arbeiterschutz, Abschaffung der Heimarbeit, Einschränkung des Absatzes, Arbeitsnachweis, Zentralwerkstätten, Einwanderungsbeschränkung und verbindliche Mindestlöhne. Dabei zieht der Verfasser fortlaufend Erfahrungen aus England, der Schweiz, Nordamerika und besonders den australischen Kolonien Victoria und Neuseeland heran und prüft ihre Übertragbarkeit auf Österreich. Anhänge bringen statistische Übersichten, eine Übersicht der Spezialgesetzgebung und eine Darstellung der Zentralwerkstätten.
OriginalDeutsch
1900er
1900
Die gewerblichen Betriebsformen in Österreich
OriginalDeutsch
1901
Die Krankenversicherung der Verlagsarbeiter
OriginalDeutsch
1902
Eugen Schwiedland behandelt in dieser Wiener Schrift von 1902 die Frage, wie weibliche Heimarbeiterinnen gewerkschaftlich organisiert werden können. Ausgangspunkt ist die Frauenarbeits-Enquête von 1896, deren Missstände sichtbar wurden, ohne dass praktische Folgen daraus gezogen wurden. Schwiedland legt dar, warum gerade Heimarbeiterinnen besonders schwer zu organisieren sind: Zudrang zur Beschäftigung, Last der Familie, Rückhalt am Lohn des Mannes und geringe Qualifikation der Arbeit. Da Selbsthilfe und Sozialdemokratie hier versagen, erwägt er zwei Wege der Hilfe von aussen: gesetzlichen Zwang (unter Berufung auf Brentano und die deutsche Gewerbeordnung) sowie bürgerliche gesellschaftliche Hilfe. Als Vorbild beschreibt er ausführlich einen Berliner Fachverein der Heimarbeiterinnen mit knapp 1000 Mitgliedern samt Rechtsschutz, Sparkasse, Nähmaschinen-Bezug und geselligen Versammlungen. Abschliessend empfiehlt er, einen ähnlichen neutralen Gewerkverein für Wien zu gründen.
OriginalDeutsch
1905
Die psychologischen Grundlagen der Wirtschaft
OriginalDeutsch
ARTIKEL · 116 VERZEICHNET

Aufsätze, Rezensionen, Vorträge

1880er
1888
[Rezension zu] Anton Menger: Das Recht auf den vollen Arbeitsertrag in geschichtlicher Darstellung
OriginalDeutsch
[Rezension zu] Franz Bubenik: Die Technik des Giroverkehrs bei der österreichisch-ungarischen Bank
OriginalDeutsch
[Rezension zu] Henry Sidgwick: The Scope and Method of Economic Science
OriginalDeutsch
[Rezension zu] J. Singer: Über sociale Verhältnisse in Ostasien
OriginalDeutsch
1889
[Rezension zu H. Delwaide: La Crise Sociale et le Principe du Droit]
OriginalDeutsch
[Rezension zu Karl Wasserrab: Soziale Politik im Deutschen Reich]
OriginalDeutsch
[Rezension zu Leo Munk: Die Steuerbelastung der Reichshauptstädte Wien und Berlin in vergleichender Darstellung]
OriginalDeutsch
Das Verhältnis der Gross- und Kleinhandelspreise
OriginalDeutsch
Die Arbeitseinstellungen in Amerika. Ein Beitrag zur Naturgeschichte der Strikes
OriginalDeutsch
1890er
1891
L’organisation de la grande industrie en Autriche. I. Les comités ouvriers
OriginalFranzösisch
APA
Chicago
Deutsche historische Zitierweise