Emil Lederer
Leben und Werk
- 22. Juli 1882
- 29. Mai 1939
- 2. Generation
Stationen
- 1901–1905Jus und Nationalökonomie, Universität Wien
Studium bei Philippovich, Böhm-Bawerk, Wieser und Menger; Kommilitonen u. a. Mises, Schumpeter, Hilferding und Bauer.
- 1903Sommersemester bei Gustav Schmoller
Kurzes Auslandssemester an der Berliner Universität in der Tradition der Jüngeren Historischen Schule.
- 1905Promotion Dr. iur., Universität Wien
Erste Promotion in Rechtswissenschaften an der Universität Wien.
- 1910–1933Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik
Ab 1910 Redaktionssekretär, ab 1918 Schriftleiter, 1921–1933 Mitherausgeber gemeinsam mit Joseph Schumpeter und Alfred Weber.
- 1911Promotion Dr. rer. pol. bei Lujo Brentano
Zweite Promotion an der Universität München mit einer Arbeit zur Pensionsversicherung der Privatangestellten.
- 1912Habilitation Universität Heidelberg
Habilitation mit „Die Privatangestellten in der modernen Wirtschaftsentwicklung“, dem ersten umfassenden Standardwerk zur Angestelltensoziologie.
- 1918–1922Ausserordentlicher Professor für Nationalökonomie
Ruf auf eine Extraordinariatsstelle an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
- 1919–1921Mitglied der Sozialisierungskommissionen
1919 Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung in der österreichischen Staatskommission zur Sozialisierung, 1920/21 Mitglied der Sozialisierungskommission in Deutschland.
- 1922–1931Ordinarius für Sozialpolitik, Universität Heidelberg
Lehrstuhl für Sozialpolitik; ab 1923 mit Alfred Weber Direktor des Instituts für Sozial- und Staatswissenschaften.
- 1923–1925Austauschprofessor, Kaiserliche Universität Tokio
Zweijährige Gastprofessur an der Tokyo Imperial University mit angegliederten Reisen nach China.
- 1931–1933Ordinarius Staatswissenschaften, Friedrich-Wilhelms-Universität
Nachfolge Werner Sombarts auf dem Berliner Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft; im April 1933 vom NS-Regime suspendiert.
- 1933Emigration über Paris und London
Flucht nach New York und Mitgründung der „University in Exile“ an der New School for Social Research gemeinsam mit Alvin Johnson.
- 1933–1939Erster Dekan der University in Exile, New School
Aufbau und Leitung der Graduate Faculty of Political and Social Science an der New School for Social Research bis zum Tod.
- 1939Tod nach Operation
Lederer starb am 29. Mai 1939 unerwartet im Nachgang einer Operation.
Beeinflussungen
- 1901–1905
Lederer hörte Böhm-Bawerks Vorlesungen und nahm an dessen Seminar in Wien teil – prägende Begegnung mit der Wiener Grenznutzenschule.
- 1901–1903
Menger gehörte zu Lederers Wiener Lehrern in den letzten Jahren seines aktiven Lehrbetriebs vor der Emeritierung.
- 1901–1905
Wieser zählte neben Böhm-Bawerk zu Lederers prägenden Wiener Hochschullehrern in Nationalökonomie.[1]
- 1901–1905
Philippovich, Sozialpolitiker und Brücke zwischen Wiener Schule und Sozialreform, war einer der wichtigsten Wiener Lehrer Lederers.[1]
- 1901–1921Rudolf Hilferding(1877–1941) · Austromarxismus
Studienkollege in Wien, später gemeinsam mit Schumpeter und Lederer Mitglied der deutschen Sozialisierungskommission 1919.[1]
- 1901–1905Otto Bauer(1881–1938) · Austromarxismus
Wiener Studienkollege im austromarxistischen Umfeld; Lederer behielt zeitlebens enge intellektuelle Verbindung zu den Austromarxisten.[3]
- 1909–1911Lujo Brentano
Brentano betreute Lederers zweite Promotion zum Dr. rer. pol. in München 1911 mit der Arbeit zur Pensionsversicherung der Privatangestellten.
- 1912–1933Alfred Weber
Heidelberger Lehrstuhlkollege und Co-Direktor des Instituts für Sozial- und Staatswissenschaften (1923–1931); Mitherausgeber des „Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“.
- 1912–1920Max Weber(1864–1920) · Heidelberger Schule
Mitglied des Heidelberger Max-Weber-Kreises; intellektuelle Auseinandersetzung mit Weber bei gleichzeitiger politischer Opposition als demokratischer Sozialist.
- 1912–1933Otto Neurath(1882–1945) · Wiener Kreis
Beide Mitglieder des Heidelberger Max-Weber-Kreises; intellektuelle Verbindung zwischen Wiener Logischem Empirismus und Heidelberger Soziologie.
- 1921–1939Albert Salomon
Heidelberger Promovend Lederers; später Gründungsmitglied der University in Exile an der New School.[5]
- 1922–1933Werner Sombart(1863–1941) · Jüngere Historische Schule
Lederer trat 1931 die Nachfolge Sombarts auf dem Berliner Lehrstuhl für Staatswissenschaften an.
- 1924–1926Karl Mannheim
Mannheim arbeitete ab 1924 in Heidelberg unter Alfred Weber und Emil Lederer und habilitierte sich dort 1926 in Soziologie.[2]
- 1928–1939Hans Speier
Speier promovierte bei Lederer in Heidelberg und folgte ihm als Gründungsmitglied an die University in Exile in New York.[4]
- 1933–1939Arthur Feiler
Ökonom und Gründungsmitglied der University in Exile 1933 unter Lederers Dekanat.
- 1933–1939Alvin Johnson
Johnson, Präsident der New School for Social Research, holte Lederer 1933 als ersten Dekan der University in Exile nach New York.
Emil Lederer im Kontext der gesamten Schule: fünf Generationen, ihre Lehrer-Schüler-Linien, Zirkel und Kollegenschaften.
Im Stammbaum anzeigen →QUELLEN ZU STATIONEN UND BEZIEHUNGEN10 Belege · 3 Quellen
Die Bücher
- The Problem of the Modern Salaried Employee: Its Theoretical and Statistical Basis1937OriginalEnglisch
- Die sozialen Organisationen1922OriginalDeutsch
Aufsätze, Rezensionen, Vorträge
- APA
- Emil Lederer. (o. D.). Herausgegeben von mises.at und scholarium. Abgerufen am 8. Oktober 2026, von https://mises.at/emil-lederer
- Chicago
- “Emil Lederer.” o. D. Herausgegeben von mises.at und scholarium. Abgerufen am 8. Oktober 2026. https://mises.at/emil-lederer.
- Deutsche historische Zitierweise
- Emil Lederer, herausgegeben von mises.at und scholarium, https://mises.at/emil-lederer (abgerufen am 8. Oktober 2026).
