Swiss Mises Institute

Donnerstag, 11. August 2011 von Patrik B. Vonlanthen zu Geld

Es geschah am 15. August – 40 Jahre sind genug!


Alles Geld, oder was?

Was war vor 40 Jahren? Oder eher, warum sollte mich das kümmern?

Am 15. August 1971 „schliesst“ US-Präsident Richard Nixon das sogenannte „Goldfenster“. Das offizielle Papier für den indirekten Tauschhandel, der Greenback genannte US-Dollar, ist fortan nicht mehr nach fixer Rate in Gold wandelbar (worauf der Goldpreis rapide anstieg). Zentralbanken dieser Welt, wie beispielsweise die SNB, sind aber abhängig vom US-Dollar als Währungsreserve und können von nun an nur noch 'hoffen', dass ihre gebunkerten – viele grüne Scheine – auch weiterhin ihrer lokalen Währung das wunschgemässe Gewicht gemäss Leistungsfähigkeit ihrer Volkswirtschaft verleihen. Aber was ist eine Währung, wenn nichts konkret 'Wahres' mehr drinnen ist? Eine Fiat-Währung. Warum ist das Produkt Geld Opfer eines marktbeherrschenden Monopols? Weil Macht über Geld unerhörte Möglichkeiten für gewisse Marktteilnehmer eröffnet, wie uns gerade heute mit den hohen Staatsverschuldungen vor Augen geführt wird...

Die Geschichte des Geldes war gerade in den letzten hundert Jahren eine sehr bewegte Angelegenheit. Versuche mit Papiergeld gibt es zwar schon lange, dieses aber nicht gegen eine festgelegte Menge an Gold, Silber oder eine andere Deckung eintauschen zu können, diese Ideen sind neueren Datums. Knacknuss: Vertrauen. Lösung: Gesetz. Den Menschen wird ungedecktes Papiergeld per Dekret aufgezwungen. Noch tragischer wird es, wenn wie im Jahre 1933 der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt mit einer Verordnung die Konfiskation von allem Gold in privaten Händen erzwingt und dann gegen einen staatlich festgelegten Betrag an Papiergeld dieses Gold enteignet. Doch damit nicht genug.

Komplizenschaft. Die obersten Verwalter des Papiers, also die Zentralbanken, treten nicht direkt für Bankkunden in Erscheinung, und damit kommen mächtige Dealer ins Spiel. Die kommerziellen Banken – einige von Ihnen besser bekannt unter dem Namen 'Too-big-to-fail' – wenden sich bei Bedarf an die Nationalbank worauf diese gemäss Kapitalausstattung der Bank entsprechend „Buchgeld“ (Giralgeld) zu einem bestimmten sogenannten Leitzins ausleiht. Die Bank kann nun aber für Ihre Geschäfte mehr als das Bezogene wiederum ausleihen, weil es ihr eben erlaubt ist, die erhaltene Ware zu strecken – bis zu einem vorgegebenen Mass.

Ist keine volle Deckung zwingend, werden wohl auch Kredite leichter gesprochen. Mehr Tätigkeiten werden in Bewegung gesetzt und das klingt eigentlich gut, oder? Sind aber die Aktivitäten auch wirklich sinnvoll? Dass gerade in den Zeitraum ernsthafter Experimente mit dem sogenannten "Fractional Reserve Banking", also der ungedeckten Kreditvergabe der Banken, gerade zwei brutale Weltkriege fallen, kann nur schwer als statistische Abweichung gelten. Denn waren auch in den „guten, alten Zeiten“ Kriege immer schon kostspielige (und inakzeptable) Angelegenheiten, so übertrafen jene des 20. Jahrhunderts alles bis anhin Bekannte. Und, woher nehmen, wenn nicht stehlen? Nun, Drucker an...oder einfach ein paar Nullen mehr auf das Papier aufdrucken (obwohl zu erwarten ist, dass heutzutage nicht mehr so unverfroren den Menschen die Geldentwertung vor Augen geführt wird, wie dies in Deutschland in den Jahren 1922 und 1923 wiederfahren ist).

Was sind die Folgen für uns handelnde Menschen, die die Scheine einfach in einem de facto blindem Vertrauen für Leistungen entgegen nehmen und wieder gegen entsprechende Gegenleistungen aushändigen? Im ersten Augenblick keine. Oder werden Einige durch die weltweiten Währungsmanipulationen der Nationalbanken, welche bspw. in Inflation oder grosse Wechselkursschwankungen münden können, motiviert sein Geld schneller oder langsamer wieder in den Umlauf zu bringen?

Die Reaktionen der Menschen auf die Flut von „Fremdpapier“, wie dies beispielsweise durch das sogenannte Quantitative Easening QE des US Fed bewerkstelligt wurde, können nicht leicht nachvollzogen werden. Der Mensch handelt zwar immer – aber wir haben keine gesicherte Erkenntnis darüber, was das für unseren Mitmenschen bedeutet. Logik ist dabei kein guter Ratgeber. Dass aber schon ein gewisses Verhältnis dieser Papiermengen gewahrt werden muss, ist nicht von der Hand zu weisen. Wovon es viel gibt, ist uns weniger Wert. Konsequenterweise muss also auch unser lokales „Papier“ mehr werden...ein aberwitziges Verfahren. Und wenn aber, wie wird neues Geld „gerecht“ dem Markt angedient? Denn es spielt sehr wohl eine Rolle, ob ich zuerst oder zuletzt an diesem neuen Geld teilhabe.

Das Rad braucht nicht neu erfunden werden. Zwar haben die meisten Nationalbanken schon wieder das Centennial hinter sich, aber dieses Alter genügt nicht sie als neue verlässliche Währungshüter zu bestätigen. Weit davon entfernt. Die letzten 100 Jahre beschreiben die Misserfolge weit besser, als jede theoretische Abhandlung zum Problem dies könnte. Schlichtweg ungenügend. Nun gilt es die folgenschwere monetäre Weggabelung von 1971 rückgängig zu machen und die Konsequenzen der alternativen Lösung zu betrachten. Nun, die sind heute wieder ersichtlich. Denn auf Dauer kann ein Land nicht ein Aussenhandelsdefizit aufweisen und so ergeben sich bspw. durch den Markt Währungsabwertungen, welche diese negative Volkswirtschaftsleistung abstrafen.

Jedes Geld muss wieder das werden, was es war: ein bestens tauschbares und begehrtes Produkt – weltweit. Werterhaltend und unvergänglich. Was auch immer das sein wird. Das ist man den Menschen schuldig. Die Geschichte erzählt dabei seit Jahrtausenden von Gold & Silber. Ob wir aber bedingt durch die momentanen Turbulenzen an den Finanzmärkten schon bald wieder für ein neues Experiment herhalten müssen, ist wahrscheinlich. Womöglich noch zentralistischer und kontrollierter als heute. Eine Fiat-Weltwährung als „Lösung“. Wir werden sehen.

Ja, auch Gold & Silber kann man nicht essen. Ein paar Büchsen mit Suppe und Bohnen dürfen also im Safe nicht fehlen. Aber lassen Sie alle farbigen Scheine aussen vor, sofern Sie nur an Sicherheit und Werterhaltung interessiert sind und nicht zu Spekulieren belieben. Toilettenpapier kriegt man im Laden günstiger und mit besseren Eigenschaften für das Geschäft am stillen Örtchen.

Es grüsst Euch herzlich, Patrik

 

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