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"Die Voraussage, deren die Nationalökonomie fähig ist, bezieht sich auf die Wirkungen künftigen Handelns. Sie kann nichts darüber sagen, wie gehandelt werden wird. Über die Zukunft der Gesellschaft und der menschlichen Kultur und über den Gang der künftigen Ereignisse können wir durch praxeologische und nationalökonomische Erkenntnis nicht unterrichtet werden. Keine Wissenschaft kann die Frage beantworten, ob wir am Anfange neuer ungeahnter Kulturfortschritte stehen oder am Anfange eines Rückfalls in die Barbarei. Wissenschaftliche Voraussicht ist eben nicht Prophetie. Voraussagen ist nicht Wahrsagen." -Nationalökonomie

"Was die Zukunft birgt, wird uns immer unbekannt bleiben. Es kann gar nicht anders sein. Denn wüssten wir im Voraus, was die Zukunft unabänderlich bringt, dann könnten wir nicht mehr handeln. Die Menschen wären dann entseelte Mechanismen, deren Ablauf ohne Mitwirkung menschlichen Wollens und Wählens, Vorziehens und Zurückstellens vor sich ginge. Dass die Menschen handeln und dass sie die Zukunft nicht kennen, sind nicht zwei Tatbestände, sondern nur zwei verschiedene Darstellungen desselben Tatbestandes. Ob es eine übermenschliche Intelligenz gibt, die das Künftige bereits kennt, ist dabei ohne Belang." -Nationalökonomie

"Das Denken und Forschen der Wissenschaft führt nie zu einem Abschluss und nie zu endgültigen Ergebnissen. Solange Menschen sein werden, werden sie nicht davon ablassen, Wahrheit zu suchen. Und immer wieder werden sie dafür neue Verfahren finden, die ihnen neue Wahrheiten erschliessen werden. Wissenschaft kann daher nie vollkommen sein. Wie wir das umgestaltet haben, was uns unsere Vorfahren vermacht haben, so werden auch nach uns Denker kommen, die in unserem Vermächtnis nichts anderes sehen werden als Bausteine zu einem Neubau, den sie aufrichten werden. Sie werden an unserer Leistung schonungslos Kritik üben und vielleicht mit Undank auf sie blicken. Doch diese Aussicht kann uns nicht schrecken." -Nationalökonomie

"Man darf die beiden Forderungen der Voraussetzungslosigkeit und der Wertfreiheit nicht dahin missverstehen, dass die Wissenschaft und die Denker zwischen den Parteien zu vermitteln und etwa eine mittlere Linie zum Ausgleich der Parteigegensätze zu zeigen hätten. Diesem Irrtum verdanken die verschiedenen interventionistischen Programme die Unterstützung, die ihnen «im Namen der Wissenschaft» zu teil wurde. Weil die Liberalen das Sondereigentum, die Sozialisten das Gemeineigentum an den Produktionsmitteln empfehlen, gab man Interventionismus, den man als ein System pries, das «gleichweit» von den beiden «extremen» Forderungen entfernt wäre, als die billige Lösung der vermittelnden und die Gegensätze ausgleichenden Wissenschaft aus; derselbe Gedankengang liess andere wieder die Gewinnbeteiligung der Arbeiter als Mittel zur sozialen Befriedung empfehlen. Es kann nicht bezweifelt werden, dass dieser Gesichtspunkt auch noch heute viele Nationalökonomen, mitunter unbewusst, beeinflusst: der Umstand, dass das kapitalistische System bekämpft wird, hindert sie, die Folgerungen aus ihren wissenschaftlichen Ergebnissen zu ziehen, die die Logik verlangt." -Nationalökonomie

"Unter keinen Umständen kann die wissenschaftliche Untersuchung zur Setzung von Werten führen. Es ist heute nicht mehr nötig, noch besonders darauf hinzuweisen, das es nicht die Aufgabe der Wissenschaft sein kann, zu werten und den Menschen zu sagen, welche letzten Ziele sie ihrem Handeln setzen sollen. Nur radikale Verkennung des Verhältnisses von Denken und Handeln und überhebliche Anmassung eines Richteramtes, das sich berufen fühlt, alle menschlichen Dinge unfehlbar zu entscheiden, konnten die Idee einer ethischen Nationalökonomie eingeben. Das Denken der Wissenschaft kann sich immer nur mit den Mitteln, nicht aber auch mit den Zwecken befassen." -Natonalökonomie

"Wenn der Nationalökonom liberal ist, d.h. in der Marktwirtschaft die einzige lebens- und wirkungsfähige Ordnung arbeitsteiliger gesellschaftlicher Zusammenarbeit erblickt, ist er es auf Grund der Ergebnisse, zu denen sein Denken geführt hat. Er ist liberal, weil er Nationalökonom ist. Die Nationalökonomie hat ihn zum Liberalismus geführt, nicht der Liberalismus zur Nationalökonomie. Sein Standpunkt ist dann freilich in dem Sinne nicht mehr wertfrei, dass er an die Anerkennung der Werte gebunden ist, die sich die Menschen - alle handelnden Menschen ohne Rücksicht auf Klasse, Rasse, Geschichtsepoche und Parteistellung - in ihrem Handeln setzen. Doch diesen Wertgesichtspunkt lehnen auch die politischen Gegner des Liberalismus nicht ab. Nur wer dem Leben den Tod, der Wohlfahrt die Not und das Massenelend, dem friedlichen Zusammenwirken der Menschen das Chaos des unaufhörlichen Krieges aller gegen alle vorzieht, verwirft ihn." -Nationalökonomie

"Sie glauben, dass die Marktwirtschaft das nicht zu leisten vermöge, was nach ihrer und aller anderen Menschen Auffassung ein Wirtschaftssystem leisten müsste, und dass das von ihnen empfohlene System besser geeignet oder allein geeignet sei, die angestrebten Ziele zu verwirklichen. Die Auseinandersetzung über die Probleme der Gesellschaftsordnung wurde und wird nie anders geführt als mit dem Gedankengut nationalökonomischer Theorien. Man kann Nationalökonomie um der reinen Erkenntnis willen betreiben und sich dabei um die Anwendung der nationalökonomischen Lehren nicht kümmern. Doch man kann die Politik von nationalökonomischen Erwägungen nicht loslösen. Politik ist heute untrennbar mit Praxeologie und in der Regel auch mit Nationalökonomie verbunden. Kein Urteil über politische Fragen ist heute denkbar, das nicht nationalökonomisch orientiert wäre. Jedes Denken, das politischen Entscheidungen zu Grunde liegt, ist praxeologisches und nationalökonomisches Denken." -Nationalökonomie

"Der Neuling, der die ersten Schritte macht, um in das nationalökonomische Denken einzudringen, geht in der Regel bereits mit politischer Voreingenommenheit ans Werk. Doch nie wird er irgendwelchen Nutzen aus der Beschäftigung mit nationalökonomischen Dingen ziehen, nie wird sich ihm der Sinn der Wissenschaft, ihrer Problemstellungen und ihrer Problemlösungen erschliessen, wenn er nicht die cartesianische Forderung de omnibus dubitandum zum Leitstern seines Denkens macht. Das wissenschaftliche Denken unterscheidet sich vom Denken des Alltags nur dadurch, dass es von diesem Grundsatz ausgeht. Wer nicht entschlossen ist, alle liebgewordenen Vorstellungen und vorgefassten Meinungen preiszugeben, wenn sie der Kritik des Denkens nicht standhalten, wer von den politischen Auffassungen, die er vor der Zuwendung zur Wissenschaft erworben hat, nicht lassen will, vergeudet mit dem Studium nur Zeit und Mühe." -Nationalökonomie

"Noch schlimmer wird die Lage der Nationalökonomie durch die Bemühungen der politischen Parteien, die Wissenschaft zu beeinflussen. Auch die Naturforschung hatte einst unter dem Druck der Kirche schwer zu leiden. Doch wenn auch kein Nationalökonom das Schicksal Giordano Bruno's oder Galilei's zu erdulden hatte, ergeht es der Nationalökonomie heute ärger. Man verbrennt die unbotmässigen Nationalökonomen nur darum nicht, weil man wirksamere Mittel zur Unterdrückung der freien Meinungsäusserung kennt. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Ächtung droht dem unabhängigen Geiste, das Entgegenkommen an die Wünsche der herrschenden Parteien wird aber reich belohnt. So ist die Luft, in der die Nationalökonomie zu wirken hat, geradezu vergiftet worden." -Nationalökonomie

"Um das Wirkliche zu erforschen, bedürfen wir in gleicher Weise sowohl der Theorie als auch der Geschichte. Sie sind beide gleich unentbehrlich für den denkenden Menschen, und niemand, der nicht beide beherrscht, kann hoffen, im Erkennen menschlichen Handelns irgendwelche Erfolge zu erzielen. Doch logisch besteht zwischen Theorie und Geschichte ein kontradiktorischer Gegensatz, und nichts muss sorgfältiger vermieden werden als Verwischung der Unterschiede die zwischen den beiden Verfahrensarten bestehen. Bei jedem Satz, bei jedem Gedanken, bei jedem Begriff tut vor allem Klarheit darüber not, ob es sich um die eine oder die andere Denkform handelt." -Nationalökonomie

‎"Die Wissenschaft vom Handeln hat das Handeln zu betrachten und zu erforschen, nicht aber zu werten und zu richten. Sie kennt nicht gutes und schlechtes, richtiges und unrichtiges, vernünftiges und unvernünftiges Handeln; für sie ist alles Handeln in gleicher Weise Gegenstand der Forschung." -Nationalökonomie

"Sehr oft glaubt der Beschauer, dass eine von anderen Leuten verrichtete Arbeit unmittelbaren Arbeitsgenuss gewähren müsse, weil er sich an einem Spiel, das jene Arbeit äußerlich nachahmt, gerne vergnügen würde. Wie die Kinder bald Schule, bald Soldaten, bald Eisenbahn spielen, so möchten auch die Erwachsenen einmal dies und einmal das spielen und glauben, dass dem Lokomotivführer das Bedienen und Lenken der Lokomotive ebensoviel Spaß machen müsse wie ihnen, wenn sie einmal mit der Lokomotive spielen dürften. Wie gut hat es der Schutzmann, der für bloßes Auf- und Abgehen besoldet wird, denkt der in das Kontor eilende Buchhalter; wie gut hat es der Buchhalter, der in der warmen Stube auf bequemem Stuhl einige Schreiberei zu leisten hat, die man doch nicht als Arbeit ansehen kann, denkt der Schutzmann. Doch den Äußerungen derer, die das Wesen fremder Arbeit verkennen und in ihr nur angenehmen Zeitvertreib erblicken wollen, hat man keine weitere Beachtung zu schenken." -Nationalökonomie

"Unsere Zeit ist besonders gekennzeichnet durch literarische Versuche, die Überlegenheit der Vernunft über die Unvernunft, der Seele über den Geist, des Lebens über die Wissenschaft zu erweisen. Die Wissenschaft vom Handeln hat zu diesen Antithesen nichts zu sagen. Wie immer es auch um die Vernunft stehen mag, daran kann wohl nicht gezweifelt werden, dass sie im menschlichen Leben wirkt, und dass wissenschaftlicher Betrachtung nicht verwehrt werden darf, dieses Wirken ins Auge zu fassen." -Nationalökonomie

"Nichts ist so asozial wie das Metaphysische und das Mystische. Die Sprache reicht nicht aus, um das Transzendente von Geist zu Geist zu vermitteln; es kann nie festgestellt werden, ob bei dem Versuche, es durch die Sprache zu übertragen, nicht gerade das Wesentliche verlorengegangen ist. In Dingen des Jenseitigen gibt es keine Verständigungsmöglichkeit. Glaubenskriege sind die fürchterlichsten Kriege, weil sie ohne Hoffnung auf Frieden geführt werden." -Nationalökonomie

‎"Nicht die sozialpolitische Gesetzgebung und nicht das Eingreifen der Gewerkschaften haben die Kürzung der täglichen Arbeitszeit, die Sonntagsruhe, die Einschränkung der Frauenarbeit und die Beseitigung der Kinderarbeit bewirkt, sondern der Kapitalismus, der den Arbeiter so wohlhabend gemacht hat, dass er nun für sich und seine Familie mehr Muße finden kann als früher. Die sozialpolitische Gesetzgebung hat im Grossen und Ganzen im 19. Jahrhundert nichts anderes getan, als Wandlungen, die sich auf dem Arbeitsmarkte vollzogen hatten, nachträglich die gesetzliche Weihe zu verleihen." -Nationalökonomie

"Der, dem gutes Essen, Trinken, Wohnen und dergleichen nicht das Um und Auf der Wunscherfüllung bedeutet, begann das Materielle zu verachten und zu hassen. Man will in der Bereicherung des äußeren Lebens ein Hindernis für die Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit erblicken, und man will die Gesellschaftsordnung stürzen, um den Weg für ein Neues freizulegen, von dem man nur unklare und unzureichende Vorstellungen hat. Man spürt ein Unbehagen, das man durch Zertrümmerung der materiellen Kultur beheben will. Man verkennt dabei, dass dieses Sehnen nach Höherem und Besseren nur auftreten konnte, weil der Wohlstand die Muße gewährt, die es dem Geist gestattet, sich ihm hinzugeben. Das Materielle hindert nicht das Streben nach Ideellem; es schafft vielmehr die Bedingungen, unter denen dieses sich entfalten kann.Noch schwerer wiegt ein zweiter Irrtum. Man will die Menschen zwingen, ihre Zielsetzungen zu ändern, man will - welch ein Widerspruch - ihnen durch Organisation, d.i. durch Zwang, freiere Ausbildung der Persönlichkeit gewissermaßen aufdrängen. Man will sie gegen ihren Willen beglücken." -Nationalökonomie

‎"Das eine steht fest: keine wie immer geartete Maßnahme der Kredittechnik kann der Wirtschaft das geben, was ihr fehlt. Um die Pläne der Unternehmer durchzuführen, bedarf man eines Bestandes an Produktionsmitteln, der den verfügbaren Bestand übersteigt. Es fehlt an Produktionsmitteln, nicht an Geld oder Kredit." -Nationalökonomie