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Austrian Economics

Die Geschichte der österreichischen Schule der Volkswirtschaft begann bereits im 15. Jahrhundert mit Anhängern von Thomas Aquina, die in Salamanca in Spanien lehrten. 1730 wurde dann eine erste, generelle Abhandlung zur Ökonomie von Cantillon im “Essay on the Nature of Commerce” beschrieben. Auf ihn folgte Anne Robert Jacques Turgot, der erstmals das Diamanten/Wasser Paradox löste. Der französische Aristokrat Turgot war der intellektuelle Vater einer langen Tradition grosser französischer Ökonomen des 18. und 19. Jahrhunderts – darunter Jean Baptiste Say (bekannt durch Say's Law) und Claude-Frederic Bastiat.

Trotz all Ihrer bahnbrechenden Errungschaften, wurden sie durch die britische Schule der Volkswirtschaftlehre des 18. und 19. Jahrhunderts – hauptsächlich wegen politischen Motiven – in den Hintergrund gedrängt. Deren Erkenntnisse wurden erstmals mit Carl Mengers Werk “Principles of Economics” von 1871 ernsthaft herausgefordert und der Ansatz der französischen Scholastik in der Ökonomie wieder belebt. Menger gilt als Begründer der österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre.

In der gleichen Zeit wie Leon Walras und Stanley Jevons beschrieb Menger die subjektive Basis auf welcher der Wert von ökonomischen Gütern beruht. Menger's Werk war ein Meilenstein der marginalen Revolution in der Geschichte der Wirtschaftwissenschaft. Menger war ein klassischer Liberaler und methodologischer Individualist, der die Volkswirtschaft als Wissenschaft der individuellen Wahl sah. Er half entscheidend die Wirtschaftswissenschaften wieder auf die Basis des menschlichen Handelns basierend auf logischer Deduktion zu bringen.

Ludwig von Mises sollte später sagen, dass erst Menger mit seinen Werken aus ihm einen wirklichen Ökonomen machte.

Eine detaillierte Ausführung zur Geschichte der österreichischen Schule der Volkswirtschaft finden Sie bei mises.org in englischer Originalfassung unter: What is Austrian Economics?

Konzepte

Nachstehend die wichtigsten Konzepte der österreichischen Schule der Volkswirtschaft.

Methodologischer Individualismus

Um ökonomische Phänomene zu beschreiben ist vom Handeln (oder Nichthandeln) des Individuums auszugehen. Kollektive selbst sind nicht fähig zu handeln.

Methodologischer Subjektivismus

Um ökonomische Phänomene zu beschreiben ist vom Urteil und der Entscheidung der Individuen im Kontext der spezifischen Umstände von Zeit und Ort, und den Erwartungen, welche diese bezüglich externen Entwicklungen und Konsequenzen haben, auszugehen.

Grenznutzenanalyse

Bei allen Entscheidungen sind Werte, Kosten, Einnahmen, Produktivität, u.s.f. bestimmt durch die Bedeutung die der letzten Einheit die zur gesamten Menge hinzukommt oder eben weggenommen wird.

Oportunitätskosten

Die Kosten mit welchen die ökonomischen Akteure zu rechnen haben, reflektieren die alternativen Möglichkeiten, welche dafür aufgegeben werden.

Individuelle Zeitstruktur der Produktion und des Konsums

Alle Entscheidungen zum Sparen drücken die Zeitpräferenz im Hinblick auf sofortige, spätere oder unvorhergesehene, respektiven Konsumhandlungen aus. Künftig erwartete Kosten bestimmen immer die aktuelle Ausgaben.